Oberpfälzer Waldverein Schwandorf
owv-sad

Panoramaweg Abschnitt Haselbach-Naabeck 12km

Ein kurzer Abstecher nach Neukirchen, 1979 schönstes Dorf der Oberpfalz, lohnt. 1214 wird der Ort als Niwenkirchen erstmals als Edelsitz mit Schloss erwähnt. Leider ist vom Schloss nichts mehr erhalten. Die Kirche St. Martin wurde im 18 Jh. fast vollständig neu erbaut. Der sehenswerte Taufstein ist romanisch, vermutlich 12. oder 13. Jh. Die in den Fels gemeißelten Räume der völlig erhaltenen Nagelschmiede warten auf Denkmalschutz.

Wir verlassen Haselbach in südlicher Richtung. Zwischen Feldern und am Waldrand entlang kommen wir, auf leicht ansteigender Strecke, zu einer Wegkreuzung, hier biegen wir rechts ab. An dieser Stelle bietet sich uns ein Rundblick über Neukirchen und die Berge des Regentals. Auf weiter ansteigender Strecke, zunächst durch den Wald, erreichen wir Siegenthan, einen der ältesten und größten Gutshöfe unserer Gegend.

Der Ursprung liegt wohl vor 1324. Der derzeitige Eigentümer ist Georg Lautenschlager. Beim Gutshof finden wir auch ein Wildgatter und eine Koppel für Esel. Bitte die Tiere nicht stören oder füttern. Der Panoramaweg trifft hier wieder auf den Jakobsweg, dem wir bis vor Neukirchen folgen. Kurz vor Neukirchen kommen wir an der Siedlung Scheckenberg vorbei. Scheckenberg erscheint 1732 als Schlegl Leuthen in den Urkunden. Scheckenberg war eine Wasenmeisterei (Abdeckerei). Dieses Handwerk gehörte, wie das Amt des Henkers und Scharfrichters, zu den `Unehrlichen` Gewerben. Angehörige der `Unehrlichen ` Gewerbe durften keine Angehörigen der `Ehrlichen` Gewerbe heiraten. So mussten sie ihre Ehepartner untereinander suchen. Der letzte bayerische Scharfrichter Reichart hatte seine Ahnen in Scheckenberg.

Nachdem wir die Kreisstraße 3 überquert haben, kommen wir auf Waldwegen vorbei an einem aufgelassenen Steinbruch. Der Kalkstein wurde wegen seiner hohen Qualität abgebaut und in Kalköfen weiterverarbeitet. Reste von Kalköfen finden sich heute noch versteckt im Wald. Wir folgen unserem weiß/blauen Rechteck und biegen bald vom Hauptweg nach rechts ab. Bei einem am Waldrand gelegenen Parkplatz gehen wir links. Bald kommen wir zu einem alten, durch den Fels geschlagenen Weg, dem Gögglbacher Stein. Die Sandsteinformationen sind Reste von Ablagerungen am Rande eines längst vergangenen Jurameeres. Auf Wald- und Flurwegen erreichen wir bald Naabeck. Auf diesem Stück ergeben sich immer wieder weite Ausblicke ins Naabtal. In Naabeck finden wir die bekannte Schlossbrauerei mit dem dazugehörigen Schloss.

Naabeck verdankt seinen Namen einer auffälligen Flussbiegung der Naab, kurz oberhalb der Ortschaft. Das Schloss zeigt deutliche Renaissancemerkmale. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Naabeck im Jahre 1112. Zu dieser Zeit soll sich hier schon eine „Veste“ und eine größere Siedlung befunden haben. Im Jahre 1620 erhielten die Herren von Naabeck die Braugerechtigkeit. Römische Münzen, die bei Baumaßnahmen gefunden wurden, gelten als verschollen. Seit 1919 gehört das Schlossgut mit Brauerei der Familie Rasel. Das Felsquellwasser, welches zum Brauen verwendet wird, ist ein sehr weiches und salzarmes Wasser und gibt dem „Naabecker“ einen unverkennbaren Geschmack. Im Jahre 1959 ermöglichte der so genannte „Wandergewerbeschein“ den Brauern, ihr Bier gewerblich frei Haus zu liefern. Dieser Service, der heute noch von einer Vielzahl von Brauereien aufrechterhalten wird, ist in jenem Jahr das erste Mal in Bayern von der Naabecker Schlossbrauerei angeboten worden. Brauereibesichtigungen für Gruppen sind auf Nachfrage möglich. Im Gasthaus Beer in Naabeck kehren wir ein. Hier bekommen wir ausgezeichnete Brotzeiten aus eigener Schlachtung. Das Gasthaus ist nicht immer geöffnet, für angemeldete, auch kleinste Gruppen, sperrt man aber gerne auf. (Telefon 09431/ 3616).

Zwischen Siegenthan (487 m) und Neukirchen haben wir eine hervorragende Aussicht über Schwandorf und das Naabtal. Im Nordosten sehen wir bei schönem Wetter weit in den Oberpfälzer- und Böhmerwald, im Südosten finden wir die Berge des Bayerischen Waldes. Auf der Bergkuppe wurde vor Jahrzehnten ein uraltes Hügelgrab gefunden.