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Natur- und Vogelschutz

Für ihr natürliches Umfeld sind Vögel bestens gerüstet. Sie sehen wesentlich besser als Menschen und können beispielsweise in sicherem Flug rasch durch dichtes Geäst von Bäumen oder einer Hecke fliegen. An unsere mondernen Städte hingegen sind sie nicht angepasst.

Glas wird Vögeln zum Verhängnis, weil es die Landschaft spiegelt oder durchscheinen lässt. Die Scheiben täuschen den Tieren eine Flugbahn vor. Sie wollen den nächsten Baum ansteuern oder gen Himmel fliegen - und schlagen gegen eine Glasscheibe. An Wohnzimmerfestern und Glasfassaden, an Wintergärten und verglasten Brücken, Wartehäuschen und Lärmschutzwänden verunglücken jährlich Millionen von Vögeln. Zur Brutzeit verhungert oft noch der verwaiste Nachwuchs im Nest. Da die meisten Vögel beim oder nach dem Aufprall sterben, lernen sie nie, Scheiben zu meiden.

Weitere Themen unter Dokumente/Vogelschutzwart.



 Bericht Fachwart Vogelschutz für JHV 2016
 
Am 30.05.2015 fand die Jahreshauptversammlung unseres Hauptvereines in Vohenstrauß statt. Traditionsgemäß trafen sich die Fachwarte für Vogelschutz der Zweigvereine um 09.00 Uhr. Referiert wurde über den Vogel des Jahres, den Habicht. Auch das hat Tradition. Die Themen gingen über Fledermäuse, die eine eigene Tollwuterkrankung haben können bis hin zum Hantavirus, der Lungenerkrankung und akutes Nierenversagen hervorrufen kann. Der Virus wird von Nagern, in Deutschland hauptsächlich von der Rötelmaus übertragen. Da diese Mäuse auch in Nistkästen überwintern, wurde für die Reinigung der Nistkästen Mundschutz empfohlen.
Die Tagung der Vogelschutzwarte war um 12.00 Uhr zu Ende.
 
Am 10.06.2015 Teilnahme an der Veranstaltung des Landratsamtes Schwandorf „Fledermäuse willkommen“. Hier wurden Plaketten für engagierte Fledermausquartierbesitzer aus dem ganzen Landkreis von LRA Ebeling verliehen. Ein Referent von der Fledermauskoordinationsstelle Nordbayern aus Erlangen gab seine Fachkenntnisse über die Fledermäuse weiter. Zum Schluss gab es noch einen gemeinsamen Imbiß.
 
Am 03.07.2015 wurden von Birgit Symader und dem Unterzeichner zusätzlich Nistkästen am Kreuzberg in der Nähe der Kirche angebracht. Hier hatten wir zuvor ausschließlich Fledermauskästen aufgehängt, die bis jetzt einen mäßigen Erfolg hatten.  Diese neuen Kästen wurden  vom Unterzeichner im Februar diesen Jahres kontrolliert und es konnte ein Erfolg von ca. 50 % erreicht werden, d. h. in den Vogelnistkästen wurden Nester und in den Fledermauskästen wurden Fledermauskot festgestellt.
 
Im[SM1] August haben Birgit Symader und der Unterzeichner die Nistkästen an den Kronstettener Weihern und in Fronberg die Fledermauskästen beim Hammergraben kontrolliert und gereinigt. An den Weihern wurde einzelne Tiere wie Rauhautfledermaus und Wasserfledermaus in den Kästen festgestellt. Eine Wochenstube der Wasserfledermaus, d. h. weibliche Fledermaustiere mit ihren Jungen, wurden ebenfalls wieder in einem Vogelnistkasten festgestellt. Es wurden 23 Tiere gezählt.
In Fronberg in den Fledermauskästen konnte nur vereinzelt wenig Fledermauskot festgestellt werden. Hauptsächlich fanden sich Wespennester darin.  Beim letzten Fledermauskasten (Nr. 19) hatte Birgit den Deckel vermutlich zu schnell geöffnet. Denn es griffen sofort die Hornissen an, die dort im Innern ihr Nest gebaut hatten. Aber sie konnte rechtzeitig flüchten, ohne gestochen zu werden. Den Deckel des Nistkastens habe ich heute noch zu Hause. Er wird vermutlich in der nächsten Woche wieder angebracht, da wir einige Kästen dort umhängen wollen, um einen besseren Erfolg zu erzielen.
 
Am 09.11.2015 reinigten Johann Winter und der Unterzeichner die Nistkästen am Weinberg. Es wurden dort Meisennester und Kleibernester festgestellt. Die Nistkästen waren zu 60  % besetzt.
 
Teilnahme am 14.11.15 der Fachwarte Vogelschutz auf der Stobelhütte bei Letzau. Diese Hütte gehört dem Zweigverein Weiden und wurde an einen Gastwirt verpachtet. Es kommen etwa 10 bis 15 Fachwarte. Hier wurde dann erst über den Vogel des Jahres 2016 gesprochen, dem Distelfink oder wie er richtig heißt dem Stieglitz. Es wurde über die Weihervögel in den einzelnen Regionen diskutiert. Es bleibt aber nicht bei der Ornithologie. Denn alles hängt zusammen. Da ist zum Beispiel eine gute Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt, den Forstämtern und den Landratsämter von Vorteil, um den richtigen Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen bzw. wieder herzustellen.
 
Es hätte noch viele Veranstaltungen gegeben, bei denen der Unterzeichner mitgemacht hätte, aber der Schichtdienst begrenzt diese Teilnahme.
 
 
Euer Fachwart für Vogelschutz des Zweigvereines Schwandorf
 
Siegfried Meißner
 


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Auch 2015 wurde wieder an der selben Stelle eine Wochenstube mit Wasserfledermäusen festgestellt mit mindestens 23 Exemplaren.

 



 

Wochenstube der Wasserfledermaus an den Weihern 2013 festgestellt!


 

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)


Ende August 2013 kontrollierten die Fledermausbetreuerin Birgit Symader und der Autor die Nistkästen am Weiher in Kronstetten, wo auch erst kürzlich das Sommerfest abgehalten wurde. Es wurden neben einer Zwergfledermaus ausschließlich Wasserfledermäuse in den Kästen entdeckt. In einem Vogelnistkasten wurde sogar eine Wochenstube festgestellt.
Es ist nicht einfach, diese Fledermausarten zu unterscheiden. In Bayern kommen rund 24 verschiedene Arten vor. Die Wasserfledermaus gehört mit einem Gesicht von 7 – 15 g und ca. 5 cm Körperlänge zu den kleineren Arten und hat ein lockeres, braungraues Fell. Das Gesicht ist rötlich braun. Auffallend sind bei der Fledermausart die großen Füße.
Wie es der Name schon sagt, lebt sie am Wasser bzw. in der Nähe davon. Sie jagt meistens dicht über dem Wasserspiegel und nimmt teilweise mit Schwanzflughaut und Füßen die Beute von der Wasseroberfläche auf. Es kann auch mal ein kleines Fischchen dabei sein.
Ihre Wochenstuben befinden sich in Baumhöhlen, ersatzweise in Nistkästen oder Gebäudespalten. Zur Erläuterung, Wochenstuben der Fledermäuse sind Orte, wo die Fledermausmütter  ihre Jungen aufziehen. So haben wir in einem Vogelnistkasten eine Kotdecke festgestellt, deren Menge von einer solchen Wochenstube stammen musste. Der daneben hängende identische Nistkasten war mit ca. 20 Wasserfledermäusen gefüllt, wo gerade noch festzustellen war, dass es sich bei einigen noch um Jungtiere handelte. Sie haben also nach der Aufzucht nur den Platz gewechselt, wie es auch in der Literatur zu lesen ist wegen der Hygiene und Feindvermeidung.
Jetzt im Spätsommer, nach der Wochenstubenzeit, ist auch der Zeitpunkt, wo sich die Fledermäuse paaren. Die Befruchtung bestimmen die Fledermausmütter selbst, bzw. erst nach dem Eisprung im Frühjahr. Dann werden die noch im Genitaltrakt befindlichen bis dahin unbeweglichen Spermien reaktiviert und befruchten die Eizelle. Die Methode der Spermakonservierung wird deshalb angewandt, da sich die Männchen wegen dem Nahrungangebot zur Paarung in einem konditionell guten Zustand befinden. Auch die Entwicklung der Eizellen nach dem Winter trägt dazu bei, dass die Jungen in einer Zeit aufgezogen werden können, wo ein breites Nahrungsangebot, sprich Insekten, vorhanden ist.
Die Wasserfledermaus befindet sich im Winter in Stollen oder Höhlen, dort meist in Spalten eingezwängt. Sie wird durchschnittlich  4 Jahre alt und gehört zu den häufigeren Arten. Sie ist aber, wie alle Fledermäuse gesetzlich geschützt.


Bild und Text: Vogelschutzwart Siegfried Meißner

 



 


 



 

Siegfried Meißner