Eindrücke aus unserem Vereinsleben
Tageswanderung am 19.07.2015 im Grenzgebiet bei Treffelstein
Verschwundene Dörfer
Trotz großer Hitze und Gewitterwarnungen traf sich ein kleiner Kreis von Teilnehmern zur Tageswanderung im Grenzgebiet bei Treffelstein. In Fahrgemeinschaft fuhren wir über Rötz nach Untergrafenried an die Landesgrenze zu Tschechien. Am europäischen Radweg 13 wanderten wir eine kurze Strecke hinüber nach Tschechien zur Wüstung der Gemeinde Grafenried (cz. Lučina), zu der früher die Ortsteile Anger (Upor), Seeg (Píla) und Haselberg (Lískovec) eingemeindet waren und die für ca. 800 Menschen Heimat war.
Überrascht stellten wir fest, dass Grafenried bis zur Vertreibung seiner Bewohner eine stattliche Gemeinde war. Es gab im Ort eine Brauerei, mehrere Höfe, eine Schule, eine Kirche und einen Friedhof. Nach der Sperrgebietsverkündung 1945 wurden alle von deutscher Seite einsehbaren Orte geschliffen, d.h. die Menschen wurden vertrieben und die Gebäude dem Erdboden gleich gemacht. Heute sind von Grafenried nur noch die Grundmauern, Keller, Brunnen, Hauseingänge und die steinernen Grabmale in der geschlossenen Friedhofsmauer zu sehen. Mehrere Granittafeln mit Jahreszahlen beweisen, dass dort bereits ab 1550 einen Ansiedlung gewesen sein muss.
Von der Kirche sind die Grundmauern, der Treppenaufgang und die Weihkessel aus Granit erhalten. 2011 hat man das Marienbild der alten Kirche wieder aufgehängt und den Altarraum der Kirche pietätvoll renoviert.
Die Wege zwischen den Anwesen sind sauber geschottert, insgesamt wirkt das verlassene Dorf sehr gepflegt. Man spürt, dass hier die Vergangenheit noch lebendig ist. Alltagsgegenstände wie Töpfe, Fliesen und Flaschen, die man bei der Ausgrabung fand, liegen auf den Mauerresten. Ein alter Teller mit Besteck, der auf einem Steinsockel steht, stimmt einen nachdenklich.Die Fotos der Einwohner mit ihren Daten und Lebensgeschichten, die Bilder der Häuser mit ihren Bewohnern hängen fein säuberlich an den alten Bruchmauern und beweisen, dass reges, bürgerliches Leben in Grafenried herrschte, bis die Menschen vertrieben wurden bzw. sie selbst vor dem Kommunismus flohen.
Ein Betonbunker Baujahr 1960 ist Baudenkmal für die Zeit des Kalten Kriegs. Die tschechischen Soldaten konnten aus diesem Unterstand die Grenze beobachten. Wir waren beeindruckt von der Art der Darstellung dieses geschichtlichen Zeitabschnitts und wanderten weiter nach Anger. Von diesem Ortsteil steht nur noch ein steinernes Marterl.
Da dieser Grenzstreifen dünn besiedelt ist und nicht intensiv bewirtschaftet wird, kann sich die Natur gut entfalten.Das ehemalige Niemandsland ist jetzt ein Naturschutzgebiet, das von tschechischer, deutscher und europäischer Seite gefördert. Die offene Grenze ist eine Wohltat für Ortsansässige und Besucher.
Zurückgekehrt auf bayerisches Gebiet besichtigte die kleine Wandergruppe die Wallfahrtskapelle Steinlohe, in deren Mitte das Gnadenbild der ,,Schmerzhaften Mutter Gottes " steht. Anschließend stärkten wir uns im Gasthaus zum Deutschen Eck, das überwiegend regionale Produkte anbietet.
Am Nachmittag marschierten wir um den Perlsee, der als künstlich angelegter Stausee zum Zurückhalten des Hochwassers am Oberlauf der Schwarzach angelegt wurde.Der Rundweg führt am Ufer entlang, das touristische Attraktionen wie Campingplätze, Sandstrand, Minigolf, Tretbootverleih usw. zeigt. Wir kamen vorbei am Naturhochseilgarten Waldmünchen. Im hinteren Teil des Sees hat man der Natur ein Rückzugsgebiet eingeräumt. Auf Holzbrücken und Stegen wanderten wir vorbei an vielen schönen Tafeln, die die Pflanzen des Gebiets zeigen und Details über die Vegetation auf sehr angenehme Weise präsentieren. Dieser Teil des Sees ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auch hier trafen wir wieder den europäischen Radweg 13, der mit EU- Mitteln gefördert wird.
Zum Abschluss des Tages kehrten wir im Terrassencafe am Perlsee ein.
Die Tour ist absolut empfehlenswert und sollte für eine größere Teilnehmerzahl wiederholt werden.
Text: Marga Schuierer-Boxler
Bilder: Lorna Baier
Eine schöne Überraschung erlebten einige Bewohner der Lebenshilfe am 3. Juli 2015. Mit ihrer Betreuerin Irene Rester suchten die Männer verschiedene Geschäfte in der Stadt auf und kauften auch Brotzeit und Getränke ein. An diesem heißen Tag freuten sie sich, daß sie im Türmerhaus einkehren durften. Nach kurzer Erholung und wenigen Erklärungen zur Baustelle führte ich die Gruppe auf den Blasturm, damit sie die Stadt auch von oben sehen konnten. Das war ein ungewohntes Bild für sie. Nach dem Eintrag ins Gästebuch wurde im Türmerhaus die mitgebrachte Brotzeit verzehrt. Ich durfte auch mitessen – Danke! Der Gruppe hat es gefallen und auch für mich war es eine schöne Erfahrung mit den Bewohnern der Lebenshilfe.
Text und Fotos: Irmgard Irrgang
Am Montag, den 22. Juni hatte Herr Kurz vom Naturpark Oberpfälzer Seenland zu einer Exkursion zum Au- und Lindensee eingeladen. Neben den Vertretern der Naturschutzverbände, die den Antrag auf ein Naturschutzgebiet Au- und Lindensee gestellt haben, war auch stellvertretender Landrat Herr Kimmerl mit von der Partie. Unseren OWV vertraten Irmgard Irrgang und Erwin Mayer, den LBV Prof. Dr. Werner Schuler, den BN Klaus Pöhler und der Ameisenschutzverein Hirschberg wurde durch Hubert Fleischmann vertreten. Herr Kurz zeigte uns vor Ort Bereiche, die im laufenden Jahr 2015 bearbeitet werden sollen oder schon überarbeitet worden sind. Er erklärte die Entbuschungsmaßnahmen und die geplanten Absperrungen besonders sensibler Bereiche. Eindrucksvoll war es schon, was bisher seitens der Behörden gemacht oder geplant wurde. Leider hat sich in den darauf folgenden Sommermonaten herausgestellt, dass die Hinweisschilder von unvernünftigen Badegästen einfach ignoriert werden. Einige der Zufahrtsverbotsschilder wurden sogar kurzerhand abgebrochen. Das wilde Campen, Grillen und Baden und Feste feiern geht unvermindert weiter. Die umliegenden Wiesen, ja sogar die Uferbereiche werden zugeparkt, Zelte aufgestellt und Lagerfeuerplätze trotz der Waldbrandgefahr angelegt.
Wie wir schon vermutet hatten, mit dem Aufstellen gutgemeinter Hinweisschilder ist es leider nicht getan. Die bisherigen Schutzmaßnahmen reichen, wie sich deutlich gezeigt hat, keineswegs aus. Sollte es so weiter gehen wie bisher wird in einigen Jahren nichts mehr da sein was sich zu schützen lohnt. Wir fordern deshalb nachdrücklich, das Gebiet um Au- und Lindensee unter Naturschutz zu stellen um es vor weiteren Zerstörung zu retten.
Die Foto-Ausstellung „Seen-Land“ im Stadtmuseum zeigt wunderschöne Fotos von Gerhard Götz und Konrad Jäger, die zum Teil in diesem Gebiet entstanden sind. Außerdem sind die sechs interessanten Infotafeln zum Seenland ausgestellt, die der OWV mit finanziert hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September zu besichtigen. Wirklich sehenswert!
Text: Erwin Mayer
Fotos 01-12: Erwin Mayer u. Irmgard Irrgang
Fotos 13-21: Klaus Pöhler im Juli 2015
Auf Einladung des OWV Georgenberg nahmen Mitglieder der Vorstandschaft am 13. Juni 2015 am Spenderfest auf der Gehenhammer Mühle teil. Bei heftigem Gewitter angekommen ließ sich doch bald die Sonne blicken. Vorstand Manfred Janker führte uns nach der Brotzeit durchs Anwesen und erläuterte die Arbeiten, die mit den Spenden gemacht wurden. Beim Jahresausflug 2013 –Bärnau, Silberhütte, Schellenberg- haben wir die von Dieter Kampf gesammelten Spenden an den OWV überreicht. Die Arbeiten sind abgeschlossen und alle Spender auf einer Tafel genannt. Als Geschenk erhielten die Spender ein Glas mit eingeschliffener Mühle. Die anwesenden Glasschleifer zeigten ihr Können und man durfte auch selber üben. Stolz habe ich ein Glas für unseren Vorstand geschliffen – zu seiner Freude. Zur Erinnerung noch ein Foto mit unserer gespendeten Eiche, die ist achon ganz schön gewachsen ist. Große Freude machte uns zum Abschluß Manfred Janker als er eine Spende fürs Türmerhaus überreichte. Der OWV Schwandorf bedankt sich ganz herzlich und wir denken gern an den schönen Nachmittag zurück.
Wanderung in Taxöldern am 05.07.2015
Die Wanderung fand im Rahmen der 50-Jahr-Feier des Naturparkvereins Vorderer Bay. Wald statt. Der Termin wurde bereits im letzten Jahr vereinbart. Die Wanderung mit Erklärstationen war für ca. 4 Stunden angesetzt und auch so geplant. Die hohen Temperaturen, die auch für Sonntag erwartet wurden, veranlassten Erwin und mich am Freitag eine kürzere Route zu suchen.
Am Sonntag, den 5. Juli, trafen wir uns um 14.00 Uhr am Friedhof-Parkplatz in Taxöldern. Außer den neun OWV- Mitgliedern war nur noch Bürgermeister Stabl anwesend. Bei der Begrüßung gab er seiner Befürchtung Ausdruck, dass wir gar nicht kommen würden und die Wanderung bei diesem Wetter ausfällt. Erwin gab ihm Recht: Bei einer Veranstaltung unseres OWV hätten wir die Wanderung vermutlich abgesagt und wären gleich in einem kühlen Biergarten gelandet.
Zur Einführung gab es Erklärungen zur Geologie, Aufstellung der Infotafel „Taxölderner Schlucht“, Infos zum Ablauf und zur stark gekürzten Wanderroute, mit der alle einverstanden waren.
Die Taxölderner Schlucht führte aufgrund der langen Hitzeperiode sehr wenig Wasser. Trotzdem ist die Schlucht mit ihrem Felsgestein sehenswert. Bürgermeister Stabl musste sich wegen weiterer Termine nach einiger Zeit verabschieden. Wir wanderten auf dem Panoramaweg durch den Wald zum Aussichtsturm Hirschberg. Einige Wanderer bestiegen den Turm, um das Panorama zu genießen. Auf der Abbruchkante des Pfahl wanderten wir nur ein kurzes Stück, weil der größte Teil in der prallen Sonne liegt. Man konnte sich trotzdem ein Bild machen von den steilen Abbruchkanten und die Aussicht genießen. Abseits vom Pfahl gingen wir dann auf dem Gelb-Punkt-Weg. Nach einem Grenzstein im Wald führte uns der Weg steil bergab. Waren wir den Weg am Freitag bergauf gegangen? Ich konnte es kaum glauben, der Weg schien endlos. Oder lag es an den Schwarzbeeren, die vom Strauch in den Mund wanderten? Den Ausgangspunkt erreich- ten wir trotzdem.
Zur Einkehr beim Hartl wurden wir herzlich begrüßt. Bürgermeister Stabl belohnte uns mit der Spende der Brotzeit. Nach einstimmigem Beschluss ging das gestiftete Geld in die Sanierung Türmerhaus und jeder zahlte seine Brotzeit selbst. Auch der Hartl-Wirt und die Wanderer bestückten die Schatztruhe. Herzlichen Dank allen!
Nach der abgekürzten Wanderstrecke bei dieser Hitze – wir waren durchgeschwitzt – war der Abschluss beim Hartl der schöne Ausklang eines Sonntag-Nachmittags.
Text: Irmgard Irrgang
Bilder Lorna Baier und Siegfried Meißner
Wanderung am 21.06.2015 in der Malerwinkelrunde um Burglengenfeld
Am Sonntag, 21.6.2015 trafen sich die Wanderer um 14Uhr in Burglengenfeld am Irl-Steg. Wanderführer Gerhard und Anja Besenhard erwarteten uns dort. Über die Pithieviers-Brücke überquerten wir die Naab und gingen auf Rundweg 5 aus Burglengenfeld hinaus. Am Bach erklärte Gerhard anhand einer alten Stadtansicht die frühe Wasserversorgung in Burglengenfeld. Der Bach wurde unter der Naab hindurchgeleitet, gegenüber eine Pumpstation errichtet und so die Burg mit Wasser versorgt . Mit dem Abbau durch das Zementwerk kann die Quelle nicht mehr festgestellt werden. An der Köblitzplatte – einst Mutter-Kind-Heim , heute Ort für Vereine –erinnerte Gerhard sich an seine Kindheit, als hier oben ein großer Spielplatz mit Holzhütten zum Toben einlud. Bergauf durch den Wald kamen wir zum Malerwinkel, von wo aus man früher die herrliche Aussicht auf Burglengenfeld hatte, was viele Maler anzog und inspirierte. Heute versperren die hohen Bäume die Sicht. Der Ausblich ist immer noch herrlich, aber weniger auf Burglengenfeld. Das Burglengenfelder Wappen mit den 3 Hügeln ist nun auch kein Geheimnis mehr. Durch herrliche Landschaft gingen wir Richtung Premberg. Erwin wartete mit Stärkung an den Hohlwegen. Und er konnte dann gleich etwas erzählen zu den Altstraßen und zur Bernsteinstraße bei uns.
Über Premberg gings dann durch Magerrasen mit herrlichem Blütenmeer (Rainfarn, Ackerwachtelweizen, Wegwarte, gelber Mauerpfeffer u.a.) hinauf zum Gipfelkreuz. Der Blick auf die umliegenden Orte reichte von Burglengenfeld über Saltendorf, Maxhütte, Teublitz und noch weiter. Der Ort „Breemberg“ wurde bereits im Jahre 805 gegründet und war ein wichtiger Verkehrs- und Handelsknotenpunkt, wesentlich größer als heute. Bei der Geschichte mit der Teufelsbahn schickte es sich, daß die Uhr geschlagen hat beim Kreuzzeichen- damals rettete es dem Bauern seine Seele, weil der Teufel mit seinem Gold den Berg hinuntersauste und im Moor versank –bei uns löste es schallendes Gelächter aus.
Den Berg hinunter überquerten wir die Naab. Am Saltendorfer Weiher ist offensichtlich der Biber beheimatet. Wir konnten die Zähne des Tieres anschauen und erhielten auch noch ein Rezept für die Fastenzeit (der Biber lebt im Wasser und zählte deshalb nicht als Fleischlieferant). An der Fischerhütte vorbei kamen wir wieder am Irl an. Die Geschichte vom Irl-Weibl gab Gerhard noch zum Besten und wies darauf hin, daß sie in den Raunächten heute noch im weißen Brautkleid und mit brennender Kerze zu sehen sein soll.
Die Einkehr im Gasthof zum Burgblick hatten wir uns nach ca. 4 h redlich verdient. Erwin bedankte sich noch bei Anja und Gerhard. Es war eine wunderbare Tour bei herrlichem Wanderwetter mit ein bißchen Regen, bis uns am späten Nachmittag voll die Sonne ins Wirtshaus geleitete.
Text: Irmgard Irrgang
Bilder: Lorna Simone Baier
Irmgard Irrgang
