Oberpfälzer Waldverein Schwandorf
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Der Fenchel (ein Helfer bei Blähungen)

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Schon seit mehr als 4000 Jahren nutzt man die Heilkraft des Fenchels, vornehmlich oder ausschließlich als Mittel gegen Blähungen. Im Mittelalter dann entdeckte man die Wirkung des Fenchels bei festsitzendem Schleim. Beide Anwendungsgebiete sind bis heute das Einsatzfeld der Fenchelfrüchte und der vielen Zubereitungen daraus, einschließlich des Fenchelhonigs und der Fenchelbonbons. Der Einsatz in der Kinderheilkunde ist auch bei uns nicht unbekannt.

Aber auch als Gewürz erfreut sich der Fenchel besonderer Beliebtheit, würzt er doch Backwaren und Süßspeisen durch sein angenehmes Aroma und macht er Brot und schwere Eintopfgerichte auch für magenempfindliche Menschen leichter verträglich. In Südeuropa, aber auch schon bei uns, gibt es eine Fenchelspezialität, die man als Gemüsefenchel bezeichnet. Es handelt sich um eine besondere Züchtung, die man der Knolle wegen anbaut. Sie schmeckt angenehm als Salat oder nach verschiedenen Rezepten als Gemüse zubereitet. Das soll schon Plinius, ein römischer Feldherr und Staatsmann, der außerdem eifrig medizinische Schriften sammelte, gewusst haben. Es wird berichtet, dass er gerne junge Fenchelknollen, angemacht mit Salz, Essig und Olivenöl, gegessen habe.

Der Arznei- und Gewürzfenchel, Foeniculum vulgare, ist ein Doldengewächs. Man unterscheidet die Varietät „vulgare“, den Arzneifenchel, von der Varietät „dulce“, dem Gewürzfenchel. Den Gemüsefenchel bezeichnet man „Foeniculum vulgare, varietas azoricum“.

Fenchel ist eine ein- bis mehrjährige Pflanze, die mit einer fleischigen Wurzel im Erdreich verankert ist und eine Höhe von 1 bis 2 Metern erreichen kann. In seiner Heimat, dem Mittelmeerraum, wächst er auch wild, doch der Arznei- und Gewürzfenchel stammt aus Kulturen. Der stielrunde Stengel ist fein gerillt, blau bereift und im oberen Teil reich verästelt. Die Blattzipfel der mehrfach fiederschnittigen Blätter sind sehr schmal. Sie werden auch zum Würzen von Salaten und Soßen benutzt. Die Blüten im Doppeldolden angeordnet, sind gelb gefärbt. Dolde und Döldchen besitzen keine Hüllblätter. Die Blütezeit fällt in die Monate Juli bis September. Die Früchte sind Spaltfrüchte, die bei der Reife in zwei Teilfrüchte zerfallen. Das ist die Arznei- und Gewürzdroge. Eine Besonderheit ist es, dass die Früchte weder auf derselben Anbaufläche, noch auf einer Pflanze zur gleichen Zeit reifen, was die Ernte etwas erschwert. Die Anbaufläche muss mindestens zweimal „durchforstet“ werden. Bevor der Rest gedroschen wird, werdendie zuerst reif gewordenen Dolden geerntet. Diesen Fenchel, der als der beste gilt, nennt man Kammfenchel oder Traumeelfenchel.