Oberpfälzer Waldverein Schwandorf
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Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

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Das Scharbockskraut gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae)und erscheint zeitig im Frühjahr mit goldgelben, glänzenden Blüten. Sie bestehen aus acht bis zwölf Honigblättern. Durch ihre auffällige Färbung locken diese Blütenblätter Bienen und Fliegen an, die am Blütengrund Nektar finden und so für die Bestäubung der Blüten sorgen.

Vermehrung kann aber auch ohne die Dienste der Insekten stattfinden, weil die Pflanze Wurzel-knöllchen ausbildet, aus denen sich neue Pflanzen entwickeln. Das Scharbockskraut wächst an feuchten Standorten, die gut mit Nährstoffen versorgt sind. Ein Platz unter Bäumen und Sträuchern wird dabei besonders bevorzugt.

Wird es dann im Sommer unter Bäumen und Sträuchern zu schattig, kann es nicht mehr wachsen. So muss das Scharbockskraut die Zeit im Frühjahr nutzen. Dann verdunkelt das Laub der Bäume noch nicht alles und der Boden ist nicht mehr so kalt wie im Winter. Viel Zeit bleibt der Pflanze daher nicht. Sie muss in kurzer Zeit austreiben, die Blüten öffnen und den Samen bilden. Wenn die Blätter der Bäume dann das Licht nehmen, haben sich die Pflanzen schon zurückgezogen und warten auf das nächste Frühjahr.

Scharbockskraut wurde früher von den Seefahrern mitgenommen, die sich auf langen Reisen meist von Zwieback ernährten. Es enthält sehr viel Vitamin C und verhinderte dadurch Skorbut, eine Krankheit, die früher Seefahrer bedrohte und auf Vitaminmangel zurückzuführen war. Der deutsche Name Scharbockskraut leitet sich nämlich vom Namen "Skorbutkraut" ab.



Text: Christine und Heribert Haug